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Der Lieblingsgenre Tag.

Durch die wunderbare Janika von zeilenwanderer wurde ich auf diesen Tag aufmerksam. Normalerweise bin ich kein allzu großer Freund solcher Beiträge, allerdings hat es mir dieser Tag sehr angetan. Es geht um das persönliche Lieblingsgenre, das bei mir definitiv dafür verantwortlich ist, dass ich die Literatur lieben gelernt habe.

Nenne Dein Lieblingsgenre

Diese Frage zu beantworten ist in meinem Fall gar nicht so einfach. Ich versuche es dennoch. Ich würde mein bevorzugtes Genre der Gegenwartsliteratur zuordnen, die aber keinen einheitlichen Begriff darstellt. Deshalb versuche ich mich hier an einer Definition von Wikipedia: In der deutschsprachigen Literaturwissenschaft und im Zeitungsfeuilleton wird mit dem Begriff mitunter die deutschsprachige Literatur nach 1945 bezeichnet; zunehmend aber auch die deutschsprachige Literatur nach 1989, also dem Mauerfall. Die zeitliche Abgrenzung des Begriffs ist somit ebenso uneinheitlich wie das Gebiet literarischen Schaffens, das er beschreibt. Ich denke, diese Erklärung beschreibt es ganz gut. Ich lese am liebsten fiktionale und nicht fiktionale Romane und Erzählungen, welche in der heutigen oder kürzlich vergangenen Zeit spielen und Familien- oder Beziehungsgeschichten behandeln.

Das Beste vom Besten: Dein Lieblingsbuch aus diesem Genre

Mich da auf ein Buch zu beschränken ist sehr schwer und an dieser Stelle musste ich eine ganze Weile nachdenken. Entschieden habe ich mich schlussendlich für Widerrechtliche Inbesitznahme von Lena Andersson. Der Erzählstil der Autorin ist unglaublich kunstvoll, klug und berührend. Ihre Protagonistin verliebt sich in einen Mann, den sie nie ganz haben, aber umso weniger loslassen kann. Die Qualen des Liebeskummers, die immer wieder neu entfachten Hoffnungen und der Verzicht auf ihre Autonomie bringen Esther an den Abgrund.

Das Buch mit dem alles begann: Welches Buch hat Deine Liebe für dieses Genre entfacht?

Dies zu beantworten fällt mir wiederum leicht. Angefangen hat alles mit Zwei an einem Tag von Dave Nicholls. Den Roman habe ich zum Geburtstag von meiner Mutter geschenkt bekommen und verschlungen. Ich kann mich nicht erinnern vorher ein Buch so gerne gelesen zu haben. Die Geschichte beginnt 1988, in meinem Geburtsjahr und handelt von einem Mann und einer Frau, gleichsam besten Freunden, die sich aus den Augen verlieren und doch immer wieder finden. Ohne es sich recht eingestehen zu wollen, wissen beide, dass sie füreinander viel mehr sind als Freunde. Das Buch hat mich die gesamte Palette an Emotionen fühlen lassen und mich zur Leseratte gemacht.

Hype! Nenne ein Buch, das den Hype wert ist, den es bekommt. Und nenne ein Buch, das mehr Hype verdient hätte

Da fällt mir sofort Dann schlaf auch Du von Leïla Slimani ein. Meine Mama hat mir das Buch empfohlen und kurze Zeit später, zog es bei mir ein. Ich habe bisher kein Buch so schnell ausgelesen wie dieses. Die Geschichte um eine Babysitterin in Paris und das grausame Ende einer Familie schockiert und fasziniert. Mir gefiel, dass die Geschichte am Ende beginnt, aber das muss man mögen.

Mehr Hype verdient hätte in jedem Fall Ein Leben aus leuchtenden Tagen von Laura Barnett, welches im letzten Jahr erschien und von einer fiktiven Sängerin handelt, die ihr Leben rückblickend erzählt. Sehr aufwühlend, nah und authentisch schildert die Autorin den Beginn der Musikkarriere ihres Hauptcharakters, die erste Liebe, ihre durchwachsene Ehe und die Geburt ihrer Tochter. Ich habe das Buch gerne gelesen und geliebt. Wirklich viel gehört habe ich leider nicht mehr.

Größter Nervfaktor: Nenne eine Sache, die Dich an Büchern dieses Genres nervt

Witzigerweise habe ich erst kürzlich eine Debatte zum Stand der Gegenwartsliteratur in der Online-Ausgabe der Welt gelesen. Leider erinnere ich den Inhalt nicht mehr genau, fand ihn teilweise aber zutreffend. Wirklich stören tut mich nicht viel, sonst wäre es wohl auch nicht mein liebstes Genre. Was ich aber nicht mag ist tatsächlich der simple Umstand, dass sich Gegenwartsliteratur, oder viel mehr die Bücher, die in dieses Genre passen, nicht recht zuordnen lassen. Gegenwartsliteratur ist ein viel zu weiter Begriff.

Nenne Autoren und Reihen, die automatisch auf Deiner Muss-ich-kaufen-Liste stehen

Ganz klar: Jane Gardam. Die Frau ist unglaublich und schreibt meisterlich. Ihre Reihe Old Filth ist meine liebste und ich habe die Trilogie fest in mein Herz geschlossen. Alle drei Bände stehen in meinem Regal und ich schmachte sie fast täglich an. Weitere Autoren, die ich sehr mag sind Benedict Wells, Ian McEwan und Alex Capus.

An welche Orte, die in Büchern Deines Lieblingsgenres vorkommen, würdest Du gerne reisen und welche Charaktere würdest Du gerne treffen?

Eine sehr schwere Frage. Ich mag die Charaktere deshalb, weil sie so unterschiedlich sind. Teilweise abgründig, böse, aber auch klug und witzig. Aber fast immer jedoch sehr menschlich. Ein Treffen mit Dexter aus Zwei an einem Tag kann ich mir gut vorstellen. Das wäre sicherlich sehr witzig und aufregend.

Was würdest Du gerne öfter in Büchern Deines Lieblingsgenres sehen?

Pauschal kann ich das gar nicht beantworten. Im Großen und Ganzen möchte ich alles so beibehalten. Ich wünsche mir einfach noch weitere gute Bücher, die Beziehungsgeschichten thematisieren.

Empfehle drei Bücher Deines Genres

Oben habe ich ja bereits einige Bücher empfohlen. Die werde ich aber natürlich nicht wiederholt nennen. Spontan fallen mir noch ein:

Philippe Djian – Marlène
Lena Andersson – Unvollkommene Verbindlichkeiten
Alex Capus – Königskinder.


Welches Genre und welche Bücher haben es euch angetan?

2 Kommentare zu „Der Lieblingsgenre Tag.

  1. Hey, endlich bin ich dazu gekommen, deine Antworten zu diesem wundervollen Tag zu lesen ❤
    »Zwei an einem Tag« habe ich auch sehr gerne gelesen und der Film gefällt mir auch ganz gut. Emotional nimmt die Geschichte den Leser wirklich mit. Ich war nach dem Lesen total zerstört und musste erstmal eine kleine Lesepause einlegen 🙂
    Danke auch für die Verlinkung du Liebe.
    Liebe Grüße aus der Schweiz,
    Janika

    Gefällt mir

    1. Ach kein Problem, ich komme auch nicht immer zum Kommentieren. Aber schön, dass Du dazu was sagst =) Ja, „Zwei an einem Tag“ ging echt unter die Haut. Ging mir eben auch so. Die Verlinkung ist selbstverständlich, war ja nicht meine Idee, sondern deine =) Liebe Grüße zurück in die schöne Schweiz! =)

      Gefällt 1 Person

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